Nie wieder Faschismus, nie wieder Krieg!

Erklärung der KPF Hamburg Clara Zetkin vom Mai 2005

Der 8.Mai 1945 ist der Tag der Befreiung vom faschistischen Terror. Deutsche Faschisten brachten unendlich viel Leid über die Menschen in aller Welt. Ohne die tatkräftige Unterstützung der deutschen Banken und Konzerne, sowie weiten Teilen der Bevölkerung wäre das Grauen der Hitler-Diktatur kaum möglich geworden.

Vernichtungslager sind eine Tatsache!

Mehr als sechs Millionen Menschen, die als rassische Juden angesehen wurden, ethnischen Minderheiten wie Roma und Cinti angehörten oder Homosexuelle waren, wurden vergast, erschossen, erschlagen oder zu Tode gearbeitet. Menschen, die als Christen, GewerkschafterInnen, SozialdemokratInnen oder KommunistInnen den Mut fanden Widerstand gegen den Hitlerfaschismus zu leisteten, wurden erniedrigt, gequält und zu Tausenden liquidiert. Hunderttausende ZwangsarbeiterInnen starben in den Industrieanlagen und Bergwerken der deutschen Kriegsindustrie. Zehntausende Behinderte fielen dem wahnsinnigen Euthanasieprogramm zum Opfer. Sie alle wurden ermordet oder für die so genannte medizinische Forschung mißbraucht und getötet. 55 Millionen Menschen starben weltweit infolge des II. Weltkriegs. Allein 20 Millionen Opfer mußte die Sowjetunion beklagen.

Die Lügen der Nazis ...

Nun nähert sich zum 60. Mal der Jahrestag der Befreiung vom Faschismus. An diesem Tag wollen erneut deutsche Faschisten marschieren! Noch nicht als die neuen Herren und noch nicht in andere Länder. Alte und viele junge Geschichtsverleugner wollen in Berlin für die braune Sache demonstrieren. Sie bestreiten, dass Konzentrationslager nur zu dem Zweck errichtet wurden, so viele Menschen wie nur irgend möglich zu ermorden. Wenn es denn so gewesen sein sollte, so der braune Tenor, dann wären darin viel weniger Menschen umgekommen. Sie behaupten, dass die Tötung von behinderten Menschen einen rein humanitären Charakter hatte. Sie weigern sich permanent, gegen alle historischen Tatsachen, die direkte Beteiligung der Wehrmacht an der Vernichtungsmaschinerie anzuerkennen. Deutsche Soldaten hätten niemals Kriegsverbrechen begangen. Das deutsche Reich wurde nach Überzeugung aller Neofaschisten in den Krieg getrieben. Die Nazis hätten diesen Krieg gar nicht gewollt. Sie sprechen ausschließlich von Deutschen, die bei den Angriffen der Alliierten zu Tode kamen. Die Leugner vermeiden jede Diskussion über die Kriegsschuld und die faschistische Barbarei Deutschlands. Der Krieg ging von Deutschland aus!

Das braune Netzwerk ...

Neofaschisten und Altnazis knüpften in den vergangenen Jahrzehnten sehr erfolgreich auf nationaler wie internationaler Ebene ein braunes Netzwerk. Sie erringen insbesondere seit 1989 wieder Wahlerfolge. Allein 25% aller jungen Menschen unter 25 Jahren in den neuen Bundesländern hegen rechtsradikale Überzeugungen. Nicht zuletzt haben konservative Parteien durch ausländerfeindliche Wahlkampfparolen und Nationaltümelei hierfür leichtfertig den Boden bereitet. Rassistische und antisemitische Positionen haben in die Jugendkultur Einzug gehalten. Sie bilden inzwischen einen festen Bestandteil des politischen Bewußtseins insbesondere bei jungen Männern. Parallel dazu gelang es den Nazis braune Kaderschmieden für den Führernachwuchs weiter auszubauen. Von dort soll die braune Gesinnung in alle Schichten getragen werden. In einigen Regionen Ostdeutschlands werden bereits von Neonazis beherrschte Gegenden zu "national befreiten Zonen" erklärt. Dort regiert der braune Pöbel auf den Straßen.

Neonazis gewinnen an Boden ...

"Wehret den Anfängen!" kann es deshalb schon lange nicht mehr heißen. Führungskräfte aus Wirtschaft und Industrie, wie der ehemalige BDI-Präsident Rogowski (Bund Deutscher Industrie) verharmlosen gern einmal die braune Gefahr. Rogowski würde eine Regierungsbeteiligung der PDS weit mehr Sorgen bereiten, als die Wahl der NPD und DVU in die Landtage. Er empfindet also 9,2% der sächsischen Wählerstimmen für eine faschistische Partei als nicht sonderlich beunruhigend? Dass das deutsche Kapital auf die faschistische Karte gesetzt hat, ist nicht neu!

Der Schwur von Buchenwald

"Nie wieder Faschismus, nie wieder Krieg!" schworen die überlebenden Häftlinge des KZ Buchenwald. Mit beispiellosem Mut haben die Häftlingen zwei Tage vor dem Eintreffen der US-Truppen ihre SS-Bewacher entwaffneten und damit Tausenden das Leben gerettet. Diese Tat sollte uns auch heute zum Widerstand ermutigen!

Was kann ich tun?

Was kann ich tun, werden Sie sich vielleicht jetzt fragen. Eine Möglichkeit ist sich weiter zu informieren oder Veranstaltungen zu besuchen. Schweigen Sie nicht, wenn Ihre Nachbarn oder Arbeitskollegen von Nazi-Parolen diskriminiert werden. Auch dann nicht, wenn es von Arbeitskollegen kommt. Das alles sind nur kleine Schritte, aber viele kleine Schritte ergeben auch einen großen Schritt.

Stoppt die Nazis!

Quelle: http://www.kpf-hamburg.de/http://www.kpf-hamburg.de/politik/positionen/nie-wieder-faschismus-nie-wieder-krieg.html